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28.03.2020

„Ostern im Leben“

In einem Brief spricht Pastor Axel ter Haseborg, Seelsorger auf dem Gesundheitscampus in Hamburg-Volksdorf, den Menschen vor Ort Mut zu und erinnert in Zeiten der Krise an die letzten Gewissheiten im Leben.
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Pastor Axel ter Haseborg, Seelsorger auf dem Volksdorfer Gesundheitscampus

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner, liebe Mitarbeitende, liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine nicht greifbare Gefahr bringt unseren Alltag - vielmehr unser Leben durcheinander. Was vor ein paar Tagen noch undenkbar schien, zeigt sich jetzt weltweit. Die Welt friert ein.

Das Leben reduziert sich auf das wenige Ursächliche, was uns Menschen betrifft. Die elementaren Bedürfnisse werden versorgt: essen, schlafen, wohnen. Alles andere darüber hinaus liegt brach.

Für Sie als ältere Generation werden Erfahrungen aus Kriegszeiten wieder wach. Die jetzt erlassenen Einschränkungen sind vielleicht demnach eher einsichtig, denn Sie haben in Ihrer Biographie Ihre Erfahrungen damit gemacht.

Für die jüngere Generation ist diese Ersterfahrung möglicherweise in ihrer Wirklichkeit wie ein Schock, der mit „Corona Partys“ mancherorts in Arglosigkeit verdrängt wird.

Genauso wenig zu greifen wie dieser Virus ist der Virus „Angst“, der sich unter anderem in Panikkäufen auswirkt, aber leider oftmals auch für sich allein „ausgebrütet“ wird.

Keiner kann letztlich prognostizieren, wie sich diese Krise weiterentwickeln und wie sie unsere Zukunft bestimmen wird. Wie wird sich diese Krise wirtschaftlich auswirken? Bleibt die medizinische Versorgung stabil? Wird es wieder Normalität geben und wenn, dann wann?

Für die Mitarbeitenden in unseren Häusern ist es eine immense Herausforderung, sich zum einen dem veränderten Arbeitspensum zu stellen, das private Leben mit Kindern neu zu organisieren und zum anderen sich selbst als hoch gefährdete Menschen mit den eigenen Ängsten und Sorgen auseinanderzusetzen.

Die Wissenschaftler sind hoch im Kurs, während die Aktienkurse abstürzen. Sie arbeiten unter Hochdruck an Impfstoffen und Medikamenten, damit die Pandemie zum Stillstand kommen möchte. Was bleibt aber jedem von uns eigentlich in diesen Zeiten „gewiss“? Gewissheit und Wissen ist wohl zu unterscheiden. Während das eine objektiv nachvollziehbar sein muss, ist das andere die ganz persönliche Frage, worauf ich mein Vertrauen setzen kann. Was gibt mir Gewissheit, damit ich der Zukunft trauen kann?

In diesen Tagen kommen – Gott sei Dank – Werte zum Tragen, die wir nicht kaufen können, von denen wir aber eigentlich immer leben, nur sind wir uns dessen nicht immer sehr bewusst, auch wenn sie nicht mehr selbstverständlich sind. Sie verstehen sich nicht mehr von selbst. Zuwendung, Liebe, Verbindlichkeit, Solidarität, Vertrauen sind die letzten Gewissheiten in unserem Leben, die unser Leben letztlich ausmachen. Paulus spricht von der letzten Gewissheit, die sein Leben trägt:

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, das ist die Versnummer! weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn." (Luther 2017: Römer 8, 38f)

Wo immer diese Werte wieder in unseren Tagen zum Tragen kommen - bei den Menschen, die uns mit ihrer Arbeit hier im Haus zur Seite stehen, den Menschen unseres Lebenskreises, die uns nahe bleiben, auch wenn die Kontaktebenen unterbrochen sind – dort, wo die Nächstenliebe, Fürsorge und Nachfrage uns erreicht, wird diese Liebe Gottes in dieser Welt sichtbar. Das ist für mich Ostern im Leben und lässt sich auch außerhalb von Kirchenmauern feiern.

Gottes Segen und Bewahrung,
Axel ter Haseborg
Seelsorger auf dem Volksdorfer Gesundheitscampus (Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus, Diakonie Hospiz Volksdorf, Residenz am Wiesenkamp, Feierabendhaus)

 
 
 
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